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Kirchen im Wandel
Donnerstag, 11 November 2010 | Autor: Elisabeth Fisch

Kirchen im Wandel - StadtBauKultur NRW, LWL und LVR geben Buch zur Umnutzung von Gotteshäusern heraus

Westfalen/Lichtenau (lwl). In Münster turnten zeitweise Studenten in einer ehemaligen Krankenhauskapelle, in Dortmund und in Marl-Hüls finden Menschen dort ihre letzte Ruhestätte, wo sie einst beteten, in Lippstadt und Minden erleben Menschen heute Kulturgenuss, wo früher geheiratet und getauft wurde: Kirchenumnutzungen sind auch in Nordrhein-Westfalen keine Seltenheit mehr. Da sich die Kirchen zur Zeit von vielen Kirchengebäuden trennen müssen, steht die Denkmalpflege vor einer Herausforderung. Wie kann das kulturelle Erbe der Gotteshäuser erhalten werden, auch wenn sie nicht mehr für den Gottesdienst benötigt werden?

Die Landesinitiative StadtBauKultur NRW hat gemeinsam mit den Denkmalämtern der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) im Auftrag des NRW-Bauministeriums jetzt unter dem Titel "Kirchen im Wandel" ein Buch herausgegeben, das wichtige Beispiele für gelungene Kirchenumnutzungen aus ganz Nordrhein-Westfalen zeigt. Das Buch wurde am Dienstag (09.11.) in der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur (Kreis Paderborn) vorgestellt.

"Nach dem Motto 'Besser umgenutzt als vorschnell abgerissen‘ suchen Denkmalpfleger nach Möglichkeiten, die Kirchen mit neuem Leben zu füllen. Denn nur dann lassen sie sich auf Dauer erhalten", sagen Dr. Markus Harzenetter und Prof. Dr. Udo Mainzer (Leiter der Denkmalpflegeämter beim LWL und LVR) übereinstimmend. Die neue Veröffentlichung will Kirchengemeinden, die eine Kirche aufgeben müssen, Mut machen, den Weg der Umnutzung zu gehen. Deshalb sind die Beispiele auch nicht geografisch oder chronologisch sondern nach der Art der neuen Nutzung geordnet. Dabei gibt es neun Gruppen wie "Begräbniskirchen", "Veranstaltungsräume" oder "Wohn- und Büronutzung". "Für denkmalpflegerisch besonders bedeutende Kirchen wie etwa die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Bottrop plädieren wir für einen 'gepflegten Leerstand‘, bei dem die Kirchen in ihrem derzeitigen Zustand erhalten werden, weil eine Umnutzung hier zu viel Substanz zerstören würde", erklären Mainzer und Harzenetter.

Die Beispiele der gelungenen Umnutzungen reichen von der romanischen Kirche St. Johannes der Täufer aus dem 12. Jahrhundert in Euskirchen-Mechernich, die heute von der griechisch-orthodoxen Kirche genutzt wird, bis hin zu modernen Gotteshäusern wie der 1960 errichteten Bonifatiuskirche in Münster, in der seit einigen Jahren das Verlagshaus der Zei-tung "Kirche und Leben" untergebracht ist. Zu den auf je einer Doppelseite Text und Bild vorgestellten Umnutzungen gehören die reine Wohnnutzung wie in Mönchengladbach-Rheydt ebenso wie ein Gottesdienstraum mit kirchlichem Museum (Reken/Kreis Borken) bis hin zu der seit 60 Jahren leerstehenden Dorfkirche in Wassenberg-Steinkirchen/Kreis Heinsberg).

"Weil sich das Buch auch an einen denkmalpflegerisch nicht vorgebildeten Leserkreis richtet, haben wir bewusst auf die Darstellung komplizierter Sachverhalte verzichtet und die neue Nutzung der Kirchen in den Mittelpunkt gestellt", so Ulrike Rose von der Landesinitiative StadtBauKultur NRW.

So neu wie es in Zeiten des demographischen Wandels oft scheint, sind diese Kirchenumnutzungen nicht: In der Zeit der Reformation und nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803, der zur Aufhebung vieler Klöster führte, wurden Kirchen zu Wohnungen oder gar zu Ställen umgenutzt, wie in Lichtenau-.

Kirchen im Wandel
Veränderte Nutzung denkmalgeschützter Kirchen

Herausgegeben von der Landesinitiative StadtBauKultur NRW, dem LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen und dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland 174 Seiten, zahlreiche Fotos

Kostenloser Bezug über: Gemeinnützige Werkstätten Neuss, Schriftenversand, Am Henselsgraben 3, 41470 Neuss, mbv@gwn-neuss.de

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