GEW reagiert auf die Stellungnahme der Hochschulleitung

“Die Universität hat noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft”

“Die Universität hat längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Arbeitsverträge der befristeten Beschäftigten zu verlängern,” erwiedert Jörg Schroeder auf die Stellungnahme der Hochschulleitung der Universität Paderborn zur GEW Pressemitteilung vom letzten Donnerstag. Jörg Schroeder, der im Kreisvorstand der GEW zuständig für den Bereich Hochschule und Forschung ist, erklärt zu den angesprochenen Punkten:

“Eine Informationsveranstaltung zu den Vertragsverlängerungen gab es erst, als die wissenschaftlichen Beschäftigten ihre Forderungen vorgetragen haben.

Der Verweis auf fehlende Landes- und Bundesmittel ist nur zum Teil richtig. Denn die Hochschulen haben seit 2007 sehr große Freiheiten was den Umgang mit Geldern angeht. Eine Umschichtung von Geldern im laufenden Haushalt wurde nicht mal diskutiert. Wir hatten auch vorgeschlagen, die Arbeitsverträge nicht für alle sofort, sondern erst am Ende der Befristung zu verlängern. Das hätte der Universität ein oder zwei Jahre Luft zur Finanzierung gegeben. Auch das Argument der fehlenden Rechtsgrundlagen, ist uns schleierhaft. Die GEW hat eine Vorlage für eine Dienstvereinbarung vorgelegt, die Rechtssichheit für die Verlängerung der Arbeitsverträge geschaffen hätte. Zu einer Vereinbarung kam es aber nicht. Wir möchten, dass die Hochschulleitung nochmals auf den Personalrat zugeht und eine Vereinbarung abschließt.”

Zwischenzeitlich erhöht sich der Druck auf die Beschäftigten durch die kurzfristige Umstellung auf die reine Online-Lehre, die erst am Freitag beschlossen wurde. Jörg Schroeder dazu: “Wir mussten über das Wochende die Umstellung erarbeiten, weil am Montag schon wieder Seminare laufen. Und während es die Universität Düsseldorf bereits ermöglicht, die Lehrbelastung der Beschäftigen zu reduzieren, tut sich an der Universität Paderborn noch nichts.”