Film über Antiziganismus soll helfen Vorurteile abzubauen

Film über Antiziganismus soll helfen Vorurteile abzubauen

Ich bin nicht unberührbar

Paderborn. Antiziganismus ist ein schwieriges Wort und kaum einer weiß dessen Bedeutung und doch fallen die Ahs und Ohs, wenn die Defintion klar wird: Denn es bedeutet nichts anderes als die Abneigung oder Feindschaft gegenüber Sinti und Roma – die im Volksmund oft noch als Zigeuner benannt werden. Ein politisch inkorrekter Begriff, der über die Jahrhunderte geprägt wurde und oft gedankenlos genutzt wird.

In Kooperation mit den drei Integrationsagenturen (AWO, Caritas Paderborn und Diakonie Paderborn-Höxter) zeigt das Cineplex Paderborn im Rahmen der Interkulturellen Woche am 27. September die Dokumentation „Ich bin nicht unberührbar“ um 17.30 Uhr in Anwesenheit des Regisseur Andreas von Hören und einer Expertenrunde.

In diesem Dokumentarfilm zum Thema „Antiziganismus“ kommen Sinti und Roma selbst zu Wort. Anstelle weiterer Fremdbeschreibungen stehen im Zentrum der Beiträge Selbstbeschreibungen von Sinti und Roma verschiedener Generationen sowie Darstellungen der Vorurteile ihnen gegenüber, die zu Diskriminierung führen. Diskriminierungen wir beispielsweise die Bezeichnung „Zigeuner“. Ein traditioneller deutscher Begriff für Angehörige der Gruppe der Sinti und Roma. Er wurde vermutlich vom griechischen Wort „Athinganoi“ (Unberührbare) abgeleitet und verweist auf die indische Herkunft.

In der einstigen NS-Hasspropaganda war das Wort Zigeuner ein Synonym für Verunglimpfungen wie "asoziales Gesindel". Bei dem Wort Neger sind sich alle einig: Es hat in der deutschen Sprache nichts zu suchen. Gilt das auch für die Bezeichnung Zigeuner? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, das Problem ist kniffelig.

Der Film thematisiert Überlegungen zur Verbesserung der Situation des Zusammenlebens: Wahrnehmung und Reflexion von Stereotypen und Vorurteilen sind die Voraussetzung für Veränderung. Ziel des Films ist die Akzeptanz von Diversität, eine Sensibilisierung und der Abbau von Vorurteilen. Erstellt wurde der Dokumentarfilm von dem Medienprojekt Wuppertal und wird zusammen mit weiteren Filmen zum Thema deutschlandweit als Bildungs- und Aufklärungsmittel gezeigt.

Nach der Vorführung findet eine Publikumsdiskussion mit Experten und dem Regisseur Andreas von Hören statt. Karten sind ab sofort an den Kassen des Cineplex erhältlich. Weitere Infos: www.cineplex.de/paderborn.

Woher das Wort Zigeuner stammt

Laut der Universität Mannheim leitet sich das Wort vom griechischen Wort "Athinganoi" ("Die Unberührbaren") ab. Vermutlich wurde so einst eine christliche Sekte in Anatolien bezeichnet. Der Begriff ging dann auf die jetzt Sinti und Roma genannte Gruppe über, als die von Asien nach Europa wanderte und dabei das Byzantinische Reich passierte. Aus "Athinganoi" entstanden etwa die Worte Cygan im Polnischen, Cygan im Russischen, Tsigane im Französischen und die deutsche Bezeichnung "Zigeuner".

nach oben